Team

Unser Team aus dem Raum Biel/Bienne setzt sich für Menschen in der Prostitution und deren Rechte einsetzen.

Es besteht aus:
- Streetworkerinnen
- Küchenhelfer:innen
- Mitarbeitende Administration/Finanzen
- Supervisorin
- Springer:innen

Was wir tun

Einmal im Monat suchen wir diverse Rotlicht-Betriebe der Stadt Biel und Umgebung auf. Je nach Etablissement bieten wir den sich prostituirenden Menschen eine gesunde, vollwertige Mahlzeit, Massagen oder kleine Geschenke an. In ihrem Alltag sind sie häufig Entwürdigung, Entmenschlichung, Stress, Gewalt, Willkür, Isolation und Respektlosigkeit ausgesetzt. Daher legen wir grossen Wert darauf, ihnen bei unseren Besuchen auf Augenhöhe, als wichtige und ernstzunehmende Individuen zu begegnen und ihnen Würde und Wertschätzung zu vermitteln – eben «from my heart to yours». Wir nehmen uns Zeit für Gespräche, geben ihnen Raum sich mitzuteilen und von ihrem belastenden Alltag und ihren Sorgen zu erzählen, lachen und weinen mit ihnen. Wenn die (grossmehrheitlich) Frauen dies wünschen und es uns möglich ist, unterstützen wir sie in diversen Belangen. So begleiten wir sie beispielsweise bei Arztbesuchen und Behördengängen, unterstützen sie bei der Suche nach für sie geeigneten sprachlichen und beruflichen Aus- und Weiterbildungsangeboten, helfen ihnen Fragen rund um ihren Aufenthalt zu klären (Status, Steuern, Krankenkasse, Reglemente usw.), denken mit ihnen über ihre Wünsche und Träume von einer Neuorientierung nach und vernetzen sie mit passenden Fachstellen. 

Ein professionelles und vernetztes Vorgehen ist uns bei alledem sehr wichtig. Daher arbeiten wir auch ständig daran, unser Netzwerk auszubauen. 

Wir stellen immer wieder fest, dass ein grosser Teil der Gesellschaft sehr wenig über die wirklichen, oft ausbeuterischen Zustände und «Arbeitsbedingungen» im Rotlichtmilieu weiss. Viele gehen davon aus, dass Menschenhandel in der Schweiz nicht wirklich vorkommt und dass sich die Frauen freiwillig und selbstbestimmt prostituieren und dabei Spass haben und gutes Geld verdienen. Um dieses realitätsfremde Bild zu ändern und die Gesellschaft für die Themen Menschenhandel und Prostitution zu sensibilisieren, halten wir Vorträge und stehen für Interviews zur Verfügung.  

Unser Ziel ist es, dazu beizutragen, dass ein Umdenken in der Gesellschaft passiert: Es darf nicht einfach normal und salonfähig sein, sich den Körper eines anderen Menschen zu kaufen um damit, ungeachtet der Würde, Bedürfnisse und Grenzen des Gegenübers, zu machen was man will.  

Unsere Werte

Menschenwürde

Jeder Mensch ist gleichwertig, ungeachtet von Herkunft, Geschlecht, Alter, sexueller Orientierung, Sprache, religiöser Zugehörigkeit und Status. 

Nordisches Modell

In der Bundesverfassung steht: «Jeder Mensch hat das Recht auf persönliche Freiheit, insbesondere auf körperliche und geistige Unversehrtheit und auf Bewegungsfreiheit. Folter und jede andere Art grausamer, unmenschlicher oder erniedrigender Behandlung oder Bestrafung sind verboten.» Durch die vielen Begegnungen und Gespräche mit den Betroffenen sind wir zum Schluss gekommen, dass es sich bei der Prostitution um ein ausbeuterisches und frauenverachtendes System handelt, welches diese in der Bundesverfassung beschriebenen Rechte in keinster Weise gewährleistet. Wir vertreten daher die Einführung des nordischen Modells (Entkriminalisierung der prostituierten Menschen, Kriminalisierung der Freier, Zuhälter und Bordellbetreiber, Schaffung von Ausstiegsmöglichkeiten/-hilfen, Aufklärung und Prävention). 

Gleichstellung von Mann und Frau

Wir sind der festen Überzeugung, dass eine wirkliche Gleichstellung von Mann und Frau erst dann erreicht werden kann, wenn die Männer alle Frauen als ebenbürtig respektieren. Solange sie den Körper einer Frau zur Befriedigung ihrer eigenen Bedürfnisse kaufen und dies als ihr gutes Recht ansehen, ist diese Ebenbürtigkeit nicht gegeben. Denn durch diesen Akt wird die Frau zum Objekt degradiert.  

Nächstenliebe

«Liebe deinen Nächsten wie dich selbst». Dieser zentrale biblische Grundsatz ist auch unsere Motivation für diese Arbeit. Wir führen alle ein privilegiertes Leben und könnten uns nie vorstellen, so zu leben wie die Menschen, welche wir im Milieu antreffen. Wir sehen ihr Leiden und auch, dass sie kaum Chancen und Möglichkeiten haben, sich dagegen zu wehren oder sich daraus zu befreien. Daher nutzen wir unsere Ressourcen und Stimmen, um für sie einzutreten.  


Spendenkonto

From my heart to yours
Karin Sperling
Bahnhofstrasse 21
2502 Biel/Bienne

CH33 0027 2272 1597 9740 W
UBS Switzerland AG

Wir bedanken uns herzlich für jede einzelne Spende!